Button Navigation aufklappen
Button Navigation aufklappen

Button zurück nach oben

Kultur stützen statt wegsparen!

IG Kultur Ost wehrt sich gegen Budgetkürzungen der Stadt St.Gallen in der Coronakrise

Der St.Galler Stadtrat will im Budget 2021 massiv sparen. Davon ist auch die Kulturförderung betroffen. Die IG Kultur Ost wehrt sich gegen diese Kürzungen, denn: Im Coronajahr braucht es von einer Kulturstadt gegenteilige, positive Signale.

Die Kultur ist bekanntlich in besonderem Mass von der Coronapandemie betroffen. Auch andere Sparten leiden, nicht zuletzt die Gastronomie – aber die Einschränkungen im Veranstaltungsbereich bedeuten für viele Kulturschaffende ein teilweises Berufsverbot. Und ein Ende ist nicht abzusehen.

Bund und Kantone haben reagiert und ein tragfähiges Netz an Unterstützungsmassnahmen gespannt. Diese stehen jedoch seit September mit der Verabschiedung des Covid-19- Gesetzes hauptsächlich Institutionen und Kulturunternehmen zu, die auf Ausfallentschädigungen der Kantone zählen können. Kulturschaffenden in Existenznot verbleibt einzig die Nothilfe über Suisseculture Sociale.

Vielen Künstlerinnen und Künstlern steht somit das Wasser bis zum Hals. Und die Aussichten sind mehr als ungewiss – Engagements für 2021 bleiben aus, Projekte werden aufgeschoben, Veranstalter halten sich zurück. Vor diesem Horizont sind die Kürzungen, die der St.Galler Stadtrat vorschlägt, ein fatales Signal gegenüber der freien Kulturszene. Das Stadtparlament hat es am 8. Dezember in der Hand, dies zu korrigieren.

Konkret will der Stadtrat die Kredite für freie Veranstaltungen und für das aktuelle Kulturschaffen um 10 bzw. 16 Prozent kürzen, die Werkbeiträge sogar um 25 Prozent. Zudem wird die Werbung für Kulturanlässe zurückgefahren. Die Folgen: weniger Förderung, weniger Öffentlichkeit und knappere Mittel für Projekte. Die Kürzungen im Gesamtbetrag von gemäss Budget rund 260’000 Franken fallen im gesamten Haushalt der Stadt kaum ins Gewicht – für diverse Projekte könnten sie aber das Aus bedeuten. Denn Kulturfördergeld bedeutet in erster Linie: Löhne.

Die Stadt Zürich macht beispielhaft vor, was jetzt vonnöten wäre: Sie stockt den Kredit für Werkbeiträge um 2,5 Millionen Franken auf. So ermöglicht sie Autorinnen, Filmern, Musikern, Künstlerinnen etc., trotz Corona weiterzuarbeiten, ihre Projekte und Programme zu entwickeln, und verhindert damit einen personellen Kahlschlag in der Kulturszene.

Die IG Kultur Ost fordert Stadtrat und Stadtparlament auf, St.Gallen als Kulturstadt ernst zu nehmen und in der Coronakrise ebenfalls ein positives Zeichen zu setzen – statt dort zu sparen, wo viele Kleine betroffen sind und der Protest entsprechend leise bleibt. Mit der Wahl von Maria Pappa als Stadtpräsidentin hat die Bevölkerung an diesem Sonntag ein klares Zeichen für eine kulturförderliche, soziale und solidarische Stadt gesetzt. Die IG Kultur Ost hofft, dass das Stadtparlament in der Budgetsitzung vom 8. Dezember dieses Signal ernst nimmt und die Sparübung auf dem Buckel der freien Kulturszene zurückweist.