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Petition: «Liebe Parlamentarier*innen, der Kultursektor braucht Sie!»

Die Taskforce Culture vereint nationale Kulturverbände und regionale Interessensvertretungen (wie die IG Kultur Ost). Seit März 2020 setzt sie sich bei Bundesverwaltungen und Parlament für die Anliegen des Kultursektors ein. Es geht um den mittel- und langfristigen Erhalt der kulturellen Vielfalt, um die Bedürfnisse professioneller Kulturschaffenden und Kulturunternehmen, sowie um die Laienkultur und die kulturelle Bildung.

Einiges wurde bereits erreicht. Doch viele Lücken bestehen weiterhin. Manche Abläufe sind kompliziert und nicht praxistauglich; die dringend nötige Hilfe erreicht den Kultursektor zu langsam oder gar nicht!

Wir fordern Parlament und Bundesrat auf, diese längst erkannten Probleme in der Frühlingssession endlich zu lösen!

Das Covid-19-Gesetz wird in der Frühlingssession erneut ins Parlament kommen. Um die Forderungen an das Parlament hinsichtlich dringend benötigter Anpassungen der gesamtwirtschaftlichen sowie kulturspezifischen Massnahmen in der Frühlingssession zu unterstreichen, hat die Taskforce Culture eine Petition entworfen, die von möglichst vielen Menschen (nicht zwingend nur) aus dem Kultursektor unterschrieben und geteilt werden soll.

https://www.change.org/culture2021

Wir möchten euch beliebt machen, die Petition rasch zu unterschreiben und auf euren Kanälen zu verbreiten. Nur so kann dem Parlament gezeigt werden, dass die Forderungen, die in der Taskforce Culture gesammelt und ausgearbeitet wurden, von der ganzen Breite der Kulturschaffenden und der Kulturbranche unterstützt werden. Die Frühlingssession beginnt in wenigen Tagen, handelt deshalb bitte rasch!

Herzlichen Dank für eure Mithilfe!

Eure IG Kultur Ost

«Kein Wort zur Kultur»

Verständnislosigkeit bezüglich den Jahreszielen 2021 des St. Galler Stadtrats

IG Kultur Ost für das «Zürcher Modell»

Kurz- und langfristig braucht es neue Ansätze zur sozialen Absicherung von Kunst- und Kulturschaffenden.

6. Forum: wie geht’s euch eigentlich?

Zoom-Forum am Freitag 29. Januar um 19 Uhr

terminsicherheit statt trötzeln

Die IG fordert Terminsicherheit und eine klare Kommunikation

stützen statt wegsparen!

IG Kultur Ost wehrt sich gegen Budgetkürzungen der Stadt St.Gallen in der Coronakrise

es lohnt sich!

Ein Appell an Kulturschaffende, Kulturinstitutionen und das Publikum

24. November 2020

Ist Kultur uns wichtig? Diese Frage stellte sich in den letzten Monaten mit einer Dringlichkeit, wie sie vor einem Jahr nicht für möglich gehalten worden wäre. Sie stellte sich den Künstlerinnen und Künstlern, den Kulturinstitutionen, aber auch den Besucherinnen und Besuchern. Die Covid-19-Pandemie hat den Kulturbetrieb und seine vermeintlichen Selbstverständlichkeiten ausgehebelt.

Viele Veranstaltungen mussten abgesagt oder anders konzipiert werden – Corona-tauglich und deshalb aufwendiger und mit weniger Einnahmen. Besonders schmerzlich zu verkraften waren Absagen von ganzen Produktionen, die es nie zu einer Aufführung geschafft haben. Manche Institutionen, viele Künstlerinnen und Künstler hatten Glück, wurden und werden von Subventionen, Kurzarbeit und Ausfallentschädigungen gestützt. Manche fanden mit digitalen Produktionen zumindest einen Teil ihres Publikums im Netz. Anderen steht das Wasser bis zum Hals.

Kulturschaffende aller Sparten brauchen Öffentlichkeit. Sie brauchen Kulturträger, Bühnen und Plattformen, Hallen und Keller, Museen und Offspaces. Ihre Werke, ihre Stücke, ihre Ideen, ihr Können, all das braucht einen Resonanzraum. Wer Kunst macht, lebt davon, sich der Diskussion zu stellen, sich Kritik auszusetzen, Applaus zu bekommen, gehört und gesehen zu werden. Das Ökosystem der Kultur braucht den offenen Raum der Auseinandersetzung. Und umgekehrt: Eine offene Gesellschaft braucht Kultur zur Selbstverständigung, zur Bildung, zur Aushandlung von Werten und Haltungen. Und nicht zuletzt zur Erheiterung.

Ist Kultur uns wichtig? Auch die Antwort des Publikums lautete: Ja. Die zuerst spärlich, dann im Herbst zahlreich zurückkehrenden Kulturinteressierten zeigten unmissverständlich, dass die Menschen Kultur vermissen und dass sie diese nicht bloss im stillen Kämmerlein konsumieren wollen. Sie brauchen Veranstaltungsorte, sie wollen zusammenkommen, sich anregen lassen, geniessen, debattieren, sich austauschen.

Es wird Kultur auch nach gegenwärtigen Pandemie-Krise geben. Dafür wird es Bühnen brauchen, Konzerte und Ausstellungen, Theater und Kino, Kinderprogramme und Diskussionen, Anlässe aller Art. Setzen wir uns dafür ein, unsere Kulturorte zu erhalten, die materielle Sicherheit von Kunstschaffenden zu verbessern und Kultur für eine breite Öffentlichkeit zugänglich zu erhalten.

Der Rückzug ins Private erhielt und erhält mit der Krise einen zusätzlichen Schub. Eine offene Gesellschaft kann aber auf öffentliche Kultur nicht verzichten.

offener brief

Klärungsbedarf zu neuen Massnahmen und Rückmeldungen der Kantone

25. Oktober 2020

Am 17. Oktober gelangte die IG Kultur Ost an die Regierungen der Ostschweizer Kantone St. Gallen, Thurgau und beider Appenzell. Wir wiesen hin auf Klärungsbedarf rund um die neuen Massnahmen zum Umgang mit dem Corona-Virus, hinterfragten das Tanzverbot kritisch und boten Hand für einen Austausch.

Die St.Galler Regierung hat sehr detailliert und aufschlussreich auf den offenen Brief der IG Kultur Ost reagiert. Auch der Kanton Appenzell Innerrhoden hat reagiert. In alle Kürze lassen sich folgende Erkenntnisse daraus schliessen: Die Ausfallentschädigung für Kulturunternehmungen wurde bis Ende 2021 verlängert und der bezugsberchtigte Kreis ausgeweitet. Genauere Informationen zu Anträgen für Ausfallentschädigung und zum neue Gefäss der Transformationsprojekte gibt es ab 1. November 2020. Arbeitnehmende auf Abruf, deren Arbeitspensen um mehr als 20 Prozent schwankt, sind rückwirkend per 1. September 2020 für den Bezug von Kurzarbeit berechtigt. Ebenso machen sie im Schreiben darauf aufmerksam, dass aktuell nur sitzend an einem Tisch konsumiert werden darf. Das heisst, eine Konsumation von Getränken bei Konzertbestuhlung ist aktuell nicht möglich. Die Regierung möchte sich beim Bund dafür stark machen, dass diese Regel geändert wird und die Konsumation im Sitzen wieder möglich wird.

Auch der Kanton Appenzell Innerrhoden hat mit einem Schreiben auf den offenen Brief der IG Kultur Ost reagiert. So wurden auch im Kanton Appenzell Innerhoden Ausfallentschädigung und Transformationsprojekte in Aussicht gestellt. Ob der Bezugsberechtigte Kreis für Kurzarbeit ausgeweitet wurde, bleibt im Schreiben offen. Auch im Kanton Appenzell Innerhoden wird am Tanzverbot festgehalten, jedoch wurden die Bestimmungen an jene des Kanton St.Gallen angeglichen. So darf nun unter Anderem im professionellen Umfeld wieder getanzt werden.

Die IG Kultur Ost bedankt sich bei den Kantonen St.Gallen und Appenzell Innerhoden für die ausführliche und aufschlussreiche Rückmeldungen auf den offenen Brief. Hier findet ihr den Offenen Brief und hier die Antwort von St. Gallen, hier die Antwort aus dem Appenzell Innerrhoden.

nachgefragt.

Kandidierende für den Wiler Stadtrat äussern sich zur Kultur

11./13. September 2020

Die IG Kultur Ost und die IG Kultur Wil haben gemeinsam eine Umfrage bei den Kandidierenden für den Wiler Stadtrat durchgeführt. Die neun Kandidatinnen und Kandidaten wurden geben, sich zu aktuellen Fragen der lokalen und kantonalen Kulturpolitik zu äussern.

Andreas Breitenmoser, Beat Gisler, Daniel Meili (bisher), Jutta Röösli (bisher), Dario Sulzer (bisher) und Daniel Stutz (bisher) haben die Fragen umgehend beantwortet. Mit einiger Verzögerung sind auch die Stellnungnahmen von Ursula Egli, Hans Mäder und Jigme Shitsetsang eingetroffen. Erfreulich: Alle Kandidierenden attestieren der Kultur eine wichtige Bedeutung, alle unterstützen aktuelle kulturpolitische Anliegen. So wird die dritte Bauetappe im Hof zu Wil einhellig begrüsst. Alle Kandidierenden unterstützen auch eine kulturelle Nutzung der Liegenschaft «Turm», ebenso wie die geplante bauliche und betriebliche Ertüchtigung des Gare de Lion. Der Erhöhung des Mitgliederbeitrages an ThurKultur von einem auf zwei Franken pro Einwohner*in stimmen ausser Ursula Egli alle zu.

Die Antworten der acht Kandidierenden sind unter folgenden Links zu finden:

Andreas Breitenmoser

Ursula Egli

Beat Gisler

Hans Mäder

Daniel Meili

Jutta Röösli

Jigme Shitsetsang

Daniel Stutz

Dario-Sulzer

Die IG Kultur Ost und die IG Kultur Wil empfehlen den Wahlberechtigten, die Kultur in die Überlegungen einzubeziehen und bieten mit dem Fragebogen ein Hilfsmittel dafür. Auf explizite Wahlempfehlungen wird bewusst verzichtet.

unverantwortlich!

gewünscht

Die kantonale Kulturpolitik ist grundsätzlich gut im Schuss. Kultur ist als Staatsaufgabe verfassungsmässig verankert, der Kanton hat ein zeitgemässes, wenn auch defensives Kulturfördergesetz, in den meisten Regionen gibt es Kultur-Förderplattformen, die drängendsten Bau-Projekte sind gesichert – der Theaterumbau, das Klanghaus. Und das Amt für Kultur praktiziert eine kontinuierliche und transparente Förderpolitik. Deren Grundhaltung ist: Respekt und Wertschätzung für die Kulturschaffenden. Das ist nicht selbstverständlich.

Der neuen Kulturdirektorin bleibt erstens die Aufgabe, die sich im Ringkanton St.Gallen nicht nur in der Kultur stellt: die auseinander klaffenden Interessen zwischen dem «Süden» und dem «Norden», den Städten und dem «Land» auszuhalten und auszugleichen. Die Gegensätze sind zum Teil real, zum Teil parteipolitisch instrumentalisiert und herbeigeredet: Da braucht es eine Kulturministerin, die vermittelt und nicht polarisiert, wie dies ihr Vorgänger etwa beim Streit um das Klanghaus getan hat.

Eine zweite Baustelle für Laura Bucher wird sein, dass die Region St.Gallen-Rorschach-Gossau keine Kulturförder-Organisation hat wie alle anderen Kantonsteile. Und damit in Sachen kantonale Förderung chronisch zu kurz kommt. Das muss anders werden.

Eine dritte Baustelle ist die Teilhabe für alle. Die staatlich geförderte Kultur kommt bloss einer (wenn auch vielfältigen) Minderheit der Menschen im Kanton zugute. Hier braucht es eine Kulturministerin mit einem offenen Ohr für alle Bevölkerungsschichten.

Das wären noch vor zwei Monaten die drei Wünsche an Laura Bucher gewesen. Mit und nach Corona ist nicht alles, aber vieles dramatisch anders. Die Krise zeigt, was man schon vorher wusste, aber nicht wahrhaben wollte: Unzählige Kulturschaffende arbeiten unter prekären Bedingungen und ohne soziale Absicherung. Die Krise zeigt aber auch: Nicht nur Gesundheit, Bildung oder Bau, sondern auch Kultur ist systemrelevant.

Da wird Laura Bucher als Kultur- wie als Sozialdirektorin gefordert sein – und mit ihr Regierung und Parlament: Es braucht zum einen die bereits beschlossenen Soforthilfen und Ausfallentschädigungen für den stillstehenden Kulturbetrieb. Es braucht zum zweiten mittelfristig weitere Mittel, bis wieder einigermassen «Normalbetrieb» herrscht. Und es braucht drittens Lösungen für eine dauerhafte soziale Besserstellung der freischaffenden Künstlerinnen und Künstler aller Sparten.

Was die Kultur nachhaltig und nach Corona erst recht schädigen würde, wären Sparbefehle. Die IG Kultur Ost freut sich auf eine standfeste, solidarische und soziale Kulturpolitik unter Laura Bucher.

adressiert.

aufgefangen?