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es lohnt sich!

Ein Appell an Kulturschaffende, Kulturinstitutionen und das Publikum

24. November 2020

Ist Kultur uns wichtig? Diese Frage stellte sich in den letzten Monaten mit einer Dringlichkeit, wie sie vor einem Jahr nicht für möglich gehalten worden wäre. Sie stellte sich den Künstlerinnen und Künstlern, den Kulturinstitutionen, aber auch den Besucherinnen und Besuchern. Die Covid-19-Pandemie hat den Kulturbetrieb und seine vermeintlichen Selbstverständlichkeiten ausgehebelt.

Viele Veranstaltungen mussten abgesagt oder anders konzipiert werden – Corona-tauglich und deshalb aufwendiger und mit weniger Einnahmen. Besonders schmerzlich zu verkraften waren Absagen von ganzen Produktionen, die es nie zu einer Aufführung geschafft haben. Manche Institutionen, viele Künstlerinnen und Künstler hatten Glück, wurden und werden von Subventionen, Kurzarbeit und Ausfallentschädigungen gestützt. Manche fanden mit digitalen Produktionen zumindest einen Teil ihres Publikums im Netz. Anderen steht das Wasser bis zum Hals.

Kulturschaffende aller Sparten brauchen Öffentlichkeit. Sie brauchen Kulturträger, Bühnen und Plattformen, Hallen und Keller, Museen und Offspaces. Ihre Werke, ihre Stücke, ihre Ideen, ihr Können, all das braucht einen Resonanzraum. Wer Kunst macht, lebt davon, sich der Diskussion zu stellen, sich Kritik auszusetzen, Applaus zu bekommen, gehört und gesehen zu werden. Das Ökosystem der Kultur braucht den offenen Raum der Auseinandersetzung. Und umgekehrt: Eine offene Gesellschaft braucht Kultur zur Selbstverständigung, zur Bildung, zur Aushandlung von Werten und Haltungen. Und nicht zuletzt zur Erheiterung.

Ist Kultur uns wichtig? Auch die Antwort des Publikums lautete: Ja. Die zuerst spärlich, dann im Herbst zahlreich zurückkehrenden Kulturinteressierten zeigten unmissverständlich, dass die Menschen Kultur vermissen und dass sie diese nicht bloss im stillen Kämmerlein konsumieren wollen. Sie brauchen Veranstaltungsorte, sie wollen zusammenkommen, sich anregen lassen, geniessen, debattieren, sich austauschen.

Es wird Kultur auch nach gegenwärtigen Pandemie-Krise geben. Dafür wird es Bühnen brauchen, Konzerte und Ausstellungen, Theater und Kino, Kinderprogramme und Diskussionen, Anlässe aller Art. Setzen wir uns dafür ein, unsere Kulturorte zu erhalten, die materielle Sicherheit von Kunstschaffenden zu verbessern und Kultur für eine breite Öffentlichkeit zugänglich zu erhalten.

Der Rückzug ins Private erhielt und erhält mit der Krise einen zusätzlichen Schub. Eine offene Gesellschaft kann aber auf öffentliche Kultur nicht verzichten.

offener brief

Klärungsbedarf zu neuen Massnahmen und Rückmeldungen der Kantone

25. Oktober 2020

Am 17. Oktober gelangte die IG Kultur Ost an die Regierungen der Ostschweizer Kantone St. Gallen, Thurgau und beider Appenzell. Wir wiesen hin auf Klärungsbedarf rund um die neuen Massnahmen zum Umgang mit dem Corona-Virus, hinterfragten das Tanzverbot kritisch und boten Hand für einen Austausch.

Die St.Galler Regierung hat sehr detailliert und aufschlussreich auf den offenen Brief der IG Kultur Ost reagiert. Auch der Kanton Appenzell Innerrhoden hat reagiert. In alle Kürze lassen sich folgende Erkenntnisse daraus schliessen: Die Ausfallentschädigung für Kulturunternehmungen wurde bis Ende 2021 verlängert und der bezugsberchtigte Kreis ausgeweitet. Genauere Informationen zu Anträgen für Ausfallentschädigung und zum neue Gefäss der Transformationsprojekte gibt es ab 1. November 2020. Arbeitnehmende auf Abruf, deren Arbeitspensen um mehr als 20 Prozent schwankt, sind rückwirkend per 1. September 2020 für den Bezug von Kurzarbeit berechtigt. Ebenso machen sie im Schreiben darauf aufmerksam, dass aktuell nur sitzend an einem Tisch konsumiert werden darf. Das heisst, eine Konsumation von Getränken bei Konzertbestuhlung ist aktuell nicht möglich. Die Regierung möchte sich beim Bund dafür stark machen, dass diese Regel geändert wird und die Konsumation im Sitzen wieder möglich wird.

Auch der Kanton Appenzell Innerrhoden hat mit einem Schreiben auf den offenen Brief der IG Kultur Ost reagiert. So wurden auch im Kanton Appenzell Innerhoden Ausfallentschädigung und Transformationsprojekte in Aussicht gestellt. Ob der Bezugsberechtigte Kreis für Kurzarbeit ausgeweitet wurde, bleibt im Schreiben offen. Auch im Kanton Appenzell Innerhoden wird am Tanzverbot festgehalten, jedoch wurden die Bestimmungen an jene des Kanton St.Gallen angeglichen. So darf nun unter Anderem im professionellen Umfeld wieder getanzt werden.

Die IG Kultur Ost bedankt sich bei den Kantonen St.Gallen und Appenzell Innerhoden für die ausführliche und aufschlussreiche Rückmeldungen auf den offenen Brief. Hier findet ihr den Offenen Brief und hier die Antwort von St. Gallen, hier die Antwort aus dem Appenzell Innerrhoden.

nachgefragt.

Kandidierende für den Wiler Stadtrat äussern sich zur Kultur

11./13. September 2020

Die IG Kultur Ost und die IG Kultur Wil haben gemeinsam eine Umfrage bei den Kandidierenden für den Wiler Stadtrat durchgeführt. Die neun Kandidatinnen und Kandidaten wurden geben, sich zu aktuellen Fragen der lokalen und kantonalen Kulturpolitik zu äussern.

Andreas Breitenmoser, Beat Gisler, Daniel Meili (bisher), Jutta Röösli (bisher), Dario Sulzer (bisher) und Daniel Stutz (bisher) haben die Fragen umgehend beantwortet. Mit einiger Verzögerung sind auch die Stellnungnahmen von Ursula Egli, Hans Mäder und Jigme Shitsetsang eingetroffen. Erfreulich: Alle Kandidierenden attestieren der Kultur eine wichtige Bedeutung, alle unterstützen aktuelle kulturpolitische Anliegen. So wird die dritte Bauetappe im Hof zu Wil einhellig begrüsst. Alle Kandidierenden unterstützen auch eine kulturelle Nutzung der Liegenschaft «Turm», ebenso wie die geplante bauliche und betriebliche Ertüchtigung des Gare de Lion. Der Erhöhung des Mitgliederbeitrages an ThurKultur von einem auf zwei Franken pro Einwohner*in stimmen ausser Ursula Egli alle zu.

Die Antworten der acht Kandidierenden sind unter folgenden Links zu finden:

Andreas Breitenmoser

Ursula Egli

Beat Gisler

Hans Mäder

Daniel Meili

Jutta Röösli

Jigme Shitsetsang

Daniel Stutz

Dario-Sulzer

Die IG Kultur Ost und die IG Kultur Wil empfehlen den Wahlberechtigten, die Kultur in die Überlegungen einzubeziehen und bieten mit dem Fragebogen ein Hilfsmittel dafür. Auf explizite Wahlempfehlungen wird bewusst verzichtet.

unverantwortlich!

adressiert.

aufgefangen?